Zunächst einige Worte über mich -

Ich habe mich schon immer für Tiere und deren Verhalten interessiert.
Diesen Satz haben Sie wahrscheinlich schon auf fast jeder Website von Tierheilpraktikern, Tierärzten oder Tiertrainern gelesen.
Öde, oder?
Trotzdem stimmt er bei mir und sicher bei allen anderen auch.
Genau darum habe ich Biologie studiert und meine Doktorarbeit über Tierverhalten an der Humboldt Universität Berlin geschrieben. Noch heute bin ich stolz, dabei Prof. Günter Tembrock, den bedeutendsten Verhaltensforscher der DDR, persönlich kennengelernt zu haben und dafür, dass er mir bei meiner Arbeit zur Seite stand.
Für mich gehört die Beschäftigung mit Tieren zu den schönsten und erfüllendsten Dingen, die man sich denken kann.
Natürlich hat sich auf dem Gebiet der Biologie und speziell dem der Verhaltenswissenschaften im Laufe der Zeit viel verändert.
Die DDR gibt es nicht mehr, dafür ein viel größeres Bewusstsein darüber, dass Tiere keine Sachen sondern Lebewesen mit Empfindungen, Bewusstsein sowie eigenem Denken und Fühlen sind.
Und es gibt immerhin viele neue, interessante Forschungsergebnisse zu diesem Thema.
Auch auf dem Gebiet des Tierschutzes hat sich seit damals, als ich studierte und promovierte, einiges verändert. Durch neue wissenschaftliche Erkenntnisse und ein größeres Interesse in der Bevölkerung darüber, was z.B. jeden Tag auf dem Teller landet und wie das produziert wurde, ist Tierwohl viel stärker ins Bewusstsein der Menschen gerückt. Und das ist auch gut so!
Auch wenn sich dies noch nicht in einer adäquaten Gesetzgebung niederschlägt.

Schon als Kind wollte ich immer gern Haustiere besitzen. Ich habe meiner Mutter vom Baum gefallene Jungspatzen zum Aufpäppeln mit nach Hause gebracht, Regenwürmer, die nach einem Regenguss hilflos auf dem Asphalt herumkrabbelten, auf die Wiesen zurück gelegt und jedes Tier genau untersucht, dass meinen Weg kreuzte. Leider durfte ich "nur" ein Aquarium betreiben. Natürlich ist es interessant, Fische im Wasser zu beobachten, wenn man ihnen ausreichend Platz zum Schwimmen bietet. Für ein Kind ist es jedoch schöner, mit einem kuscheligen Pelztier zu schmusen, als alle Wochen einen Wasserwechsel vorzunehmen.
Darum habe ich das während meines Studiums geändert. Gemeinsam mit meiner Zimmerkameradin versorgten wir Meerschweinchen, Indische Stabheuschrecken, ein Mini-Häschen und zeitweilig eine Katze, die uns zugelaufen war.
Nachdem ich einmal in den Sommerferien mein Meerschweinchen mit nach Hause gebrachte, hatte sich meine Mutter so sehr darein verliebt, dass ich es nicht wieder mitnehmen durfte. Sie hatte nämlich immer geglaubt, dass Meerschweinchen einen Schwanz hätten wie Ratten, vor dem sie, aus mir unverständlichen Gründen, immer Angst hatte.

Später, während der Zeit meiner Doktorarbeit, hielt ich neben meinem Meerschweinchen, noch Mäuse und meine Ratte Jolante.
Das Aquarium habe ich allerdings immer noch. Nur betreibe ich es nun mit mehr wissenschaftlichem Interesse.

Als mein Sohn in den Kindergarten kam, wurde den Kindern beigebracht, dass man sich vor Tieren in Acht nehmen müsse, da diese beißen und gefährlich sei könnten.
Sicher kann man verstehen, wenn Erzieherinnen Kindern so etwas erzählen. Sie laufen dann nicht Gefahr, dass irgend ein Kind unkontrolliert Tiere auf der Strasse anfasst.
Aber bei meinem Sohn hatte das leider zur Folge, dass er vor jedem Tier Angst hatte, dass sich ihm näherte. Meiner Meinung nach lernen Kinder dadurch keineswegs den richtigen und achtsamen Umgang mit Tieren.

Das konnte ich als erklärte Tierfreundin und Biologin natürlich nicht akzeptieren.

So zog ein Kater bei uns ein und von da an hatte mein Sohn keine Angst mehr vor Tieren.

Pitty, genannt Herr Schmidt, war ein sehr schmusiges, ruhiges Tier und überaus geduldig im Umgang mit Kindern.
Später waren wir dann mit Kater und Mäusen auch mehrmals in der Grundschule meines Sohnes zu Gast beim Heimatkunde-Unterricht. Das waren Unterrichtsstunden zum Anfassen, die den Kindern sehr gefallen haben. Zum Erstaunen aller haben sich Kater und Mäuse gut vertragen.
Pitty ist 14 Jahre bei uns geblieben, bis wir ihn gehen lassen mussten.
Wir waren alle unendlich traurig.

Nicht lange danach machten wir einen „unverbindlichen“ Besuch im hiesigen Tierheim. So kam die Motte zu uns. Sie war ein kleiner Schäferhund-Mix mit großen Augen und riesigen Ohren, den ich immer meinen "Bonsai-Schäferhund" nannte.

Mittlerer Weile mussten wir auch sie mit 15,5 Jahren gehen lassen...

Ende 2016 habe ich meine Ausbildung zum Tierheilpraktiker beendet.
Nach einem zur Ausbildung gehörigen Praktikum auf einem Pferdehof bekam unsere Familie Zuwachs von Lilly, einer zarten Katzendame (nun ja, Dame trifft es momentan weniger, vielmehr kleines liebenswertes Rattengewitter). Sie war als einzige von acht Kitten übrig geblieben und so musste ich sie einfach bei mir aufnehmen.

Als letzter im Bunde trat dann noch Mio in unser Leben.

Auch ihn haben wir aus dem Tierschutz.

Und warum nun solch ein Blog? -

Ich bin von Haus aus Wissenschaftler und werde es auch immer bleiben. Also denke ich auch wissenschaftlich.
Aber ich merke immer wieder, dass es sehr schwer ist, sich zwar wissenschaftlich korrekt aber dennoch verständlich auszudrücken. Um Verständnis für Zusammenhänge zu vermitteln, muss man auch als Wissenschaftler Kompliziertes einfach umsetzen können, um von allen verstanden zu werden.
Deshalb will ich mit diesem Blog Sachverhalte rund um das Thema Tierverhalten und Tierschutz allgemeinverständlich erläutern.
Ergänzt wird dies durch Erfahrungen aus meiner eigenen Arbeit und dem Zusammenleben mit meinen Tieren.

Natürlich habe ich nicht den Stein der Weisen gefunden. Daher widerspiegeln alle Beiträge auch meine persönliche Ansicht.

Leipzig, 20.Mai 2018